Agnes

Kinofilm, Deutschland 2015

DCP, Farbe, 1:2.35 (Cinemascope), 105 Minuten

im Verleih von Neue Visionen
im Weltvertrieb von Plutofilm

Weltpremiere: 05.01.16 PALM SPRINGS INTERNATIONAL FILM FESTIVAL 2016
Deutschlandpremiere: 19.01.16, 37. Filmfestival MAX OPHÜLS PREIS 2016

Kinostart: 02. Juni 2016 (Deutschland), 26. August 2016 (Österreich)

Trailer sehen!

Der Sachbuchautor Walter verliebt sich in die Physikstudentin Agnes, die nicht nur in ihrem Studium den großen Fragen des Lebens nachspürt. Ihre radikale Haltung zum Leben fordert ihn, der sich in seinem unverbindlichen, gemäßigten Leben eingerichtet hat, heraus. Eines Tages macht Agnes einen frappierenden Vorschlag: Walter soll eine Geschichte über ihre gemeinsame Liebe schreiben. Anfänglich ist das ein harmloses Spiel, doch bald schon übernimmt die gemeinsame Geschichte das Kommando und die Frage ist, wer ihr Autor ist. Agnes folgt dem Bild, das Walter aufs Papier bringt und spürt doch bald, dass ihm das Erzählen wichtiger ist als die Erfüllung ihrer Liebe. Denn auf Dauer macht Glück keine guten Geschichten. Als Walter das begreift, sieht er den einzig wahren Schluss der Geschichte vor sich, einen Schluss, der sie ihre Liebe und Agnes das Leben kosten kann.

Nach dem gleichnamigen Roman von Peter Stamm.

Regie: Johannes Schmid
Drehbuch: Nora Lämmermann, Johannes Schmid
Casting: Daniela Tolkien
Kamera: Michael Bertl bvk
Szenenbild: Dorothee von Bodelschwingh
Kostümbild: Nicole Hutmacher
Maskenbild: Annette Keiser
Schnitt: Henk Drees
Musik: Michael Heilrath, Anna Ternheim
Redaktion: Andrea Hanke (WDR)
Produzenten: Philipp Budweg, Thomas Blieninger

Eine Produktion der Lieblingsfilm GmbH mit dem WDR, in Zusammenarbeit mit A Track Film

Pressematerial zum Download!

PREISE

Vornominierung zum DEUTSCHEN FILMPREIS 2016
Nominierung zum MAX-OPHÜLS-PREIS 2016
Preis für die beste Nachwuchsdarstellerin (Odine Johne) beim MAX-OPHÜLS-PREIS 2016
PRÄDIKAT: BESONDERS WERTVOLL

PRESSE

Liebe in der Unschärferelation

Agnes wandelt im Schnee: Sie ist gefühlt nackt. Um sie herum nur deutscher Dämonenwald: Es ist pechschwarz – und sterbenskalt. Aber genau das will sie ja! Der Reißverschluss geht auf, die Kleider fallen und ihre Füße graben sich sanft in den weißen Untergrund. Michael Bertls exzellente Kamera mit bewusstem Blaustich folgt ihr von Beginn an unaufdringlich, aber gnadenlos: Agnes’ Reise mit der fulminanten Odine Johne in der Titelrolle geht hier zu Ende. Oder beginnt sie nur wieder von vorne?

Sicher ist, dass nichts sicher ist in diesem wahrlich bemerkenswerten Wettbewerbsbeitrag des bereits erfahrenen Johannes Schmid (Blöde Mütze!, Wintertochter) beim 37. Festival Max Ophüls Preis in Saarbücken. Umso mehr fasziniert das fesselnd-liebliche Spiel der Physik studierenden Protagonistin, der Walter (Stephan Kampwirth) vom ersten Moment an blind verfällt. Immerhin im biederen Setting einer deutschen Universitätsbibliothek, weil Walter dort als Sachbuchautor gerade zur Geschichte des deutschen Arbeitsbegriffes recherchiert. Eher aus Unlust, aber im stillen Verlangen sicherlich auch für seine zweite große Liebe: Louise (Sonja Baum), einer professionell-distanzierten PR-Agentin im selten gefälligen Verlagswesen. Mit ihr verbindet ihn lediglich der pure Austausch von Körperflüssigkeiten, inklusive die Aussicht auf neue, möglichst lukrative Verlagsangebote: Zweisamkeit sieht anders aus. Der konkurrierenden Agnes kann sie weder optisch noch intellektuell – und erst recht nicht emotional – das Wasser reichen, was schnell deutlich wird: Agnes interessiert sich nämlich als begabte Naturwissenschaftlerin für die großen metaphysischen Fragen des Lebens, drunter geht es bei ihr nicht: "Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?" will sie gleich zu Beginn des rasch immer feurig werdenden tête-à-têtes von Walter wissen. Auch zuvor war sie es, die zum meist reservierten Walter ins Taxi gestiegen ist und ihn durch sinnfällige Fragen gleichzeitig anturnt wie zeitweise versteinern lässt: "Wie möchtest du sterben?". Keine schlechte Frage nach dem ersten Date.

Ob er Bücher schreibe, um von den Menschen später nicht vergessen zu werden, lautet eine andere Frage an den lange hadernden Schriftsteller, ehe Schmids dritter großer Spielfilm lustvoll in den intellektuellen Schleudergang hochschaltet. Mehrfaches Erzählen in diversen Schachtelungen mit Backspin-DJ-Technik und reichlich offenen Fragestellungen in einem jungen deutschen Film? Funktioniert das wirklich – oder beschäftigt sich da der Zuschauer nicht automatisch sofort mit anderen, in der Regel internationalen, Referenzfilmen? Was normalerweise nicht gerade als eine deutsche Domäne gilt, geht in Schmids gekonnter Adaption der viel gelesenen Peter-Stamm-Vorlage vollends auf. Ob in den feinfühligen, deutlich ehrlicheren Sexszenen als in vielen anderen deutschen Produktionen der letzten Jahre oder in den zahlreichen, akustisch wie visuell berauschenden Rückblenden: Hier stimmt in der Tat vieles, was in erster Linie dem Gesicht wie der erotischen Strahlkraft von Odine Johne (Jack, Die Welle) zu verdanken ist. Mit weißen Isabella-Rossellini-Wangen und unerhörter Naturerotik, wie man sie sonst nur aus ungekünstelten skandinavischen Filmen kennt, verzehrt sie sich für Walter – und damit auch für den Zuschauer.

Schöner leiden und sterben in Düsseldorf hätte Johannes Schmid seinen autopoetischen Filmritt durch tatsächliche Zeit- und fingierte Raumzonen sicherlich auch taufen können, denn hier regiert die Heisenbergsche Unschärferelation: Vieles kann, nichts muss real sein. Zwei komplementäre Teilchen dieser einen Wundersache namens Liebe sind nicht gleichzeitig genau bestimmbar. Erst recht nicht im selben Moment: Gemeinsame Koinzidenzen ergeben sich eben, und bleiben doch fluide-flüchtig. "Ich könnte so leben: nackt – und ganz nah an allem" erklärt Agnes ihrem gefühlstaumelnden Schriftsteller einmal so präzise wie wundersam. Das "Glück mag einfach keine guten Geschichten" hält Walter der ihm hemmungslos verfallen Studentin forsch entgegen. "Ich habe nicht gewusst, wie wirklich es wird" heißt es von ihm darauf an anderer Stelle. Besser lässt sich Schmids stark besetztes Psychogramm einer metaphysischen Liebesliaison gar nicht in Worte fassen: Es ist einfach passiert. Nachhaltig und überwältigend.

(Simon Hauck auf www.kino-zeit.de)


Romanverfilmung "Agnes" siegt nicht, überragt aber alle Beiträge

Ein Gesicht prägt sich besonders ein mit den etwas ungleichen schmalen Augen und geheimnisvollen Blicken. Odine Johne ist eine aparte Erscheinung und mit ihrer subtilen Mimik eine große Entdeckung. Wer sie einmal in Johannes Schmids kongenialer Adaption von Peter Stamms gleichnamigem Roman Agnes gesehen hat, möchte sich die Physikerin, die in ihren jungen Jahren schon so besorgt über den Tod sinniert, und mitunter geistesabwesend ins Leere starrt, als sei sie nicht von dieser Welt, nicht mehr anders vorstellen.

Jurys treffen mitunter diskussionswürdige Entscheidungen, aber zumindest mit ihrem Darstellerpreis für diese starke Persönlichkeit lag sie beim 37. Saarbrücker Max Ophüls Festival goldrichtig. Agnes kommt mit dieser einen Nebenauszeichnung gleichwohl viel zu kurz. Der Film überragte den Spielfilmwettbewerb haushoch, bezeugte mit  anregenden Dialogen zu zeitlosen, großen Themen, subtiler Psychologie, künstlerischem Anspruch und gutem Geschmack Qualitäten, die im deutschen Kino selten geworden sind.

Ungemein packend erzählt Schmid die Geschichte einer nicht alltäglichen Liebe, die an dem gewagten Versuch scheitert, sie literarisch auszuloten. Eigentlich wollte sich Walter (auch ein unverbrauchtes, ausdrucksstarkes Gesicht im deutschen Kino: Stephan Kampwirth) nur noch auf Sachbücher spezialisieren. Aber dann lässt sich der Intellektuelle doch dazu erweichen, über Agnes und ihre Beziehung zu schreiben. Nur nacherzählen, was er und seine Freundin erleben, will er jedoch nicht: Glück bringt keine guten Geschichten hervor, es muss schon etwas passieren. Die fiktionalen Freiheiten, die Walter sich gönnt, bleiben wiederum nicht ohne dramatische Folgen für die reale Beziehung. Raffiniert verzahnt der Regisseur die unterschiedlichen Erzählebenen ineinander, so dass auch der Zuschauer auf reizvolle Weise zwischen Imagination und Wirklichkeit die Orientierung verliert.

(Kirsten Liese im Kölner Stadtanzeiger, und auf www.ray-magazin.at)

Intellektuelles Kinovergnügen

Peter Stamm hatte eine ziemlich coole Romanidee: Wie wäre es, wenn die Helden einer Liebesgeschichte zu Autoren werden, die ihre eigene Geschichte weitererzählen? Aus dieser Vorgabe entwickelte er eine verzwickte Handlung, bei der sich Wirklichkeit, gefühlte Wahrheit und Wunschvorstellungen oft nicht auseinanderhalten lassen. Der Film von Johannes Schmid hat diesen Plot übernommen. Er spielt allerdings im Gegensatz zum Roman nicht in den USA, sondern in einer nicht genannten deutschen Großstadt. Doch die distanzierte Kühle der Handlung ist ebenso geblieben wie die vielfältigen Aspekte dieser bemerkenswerten Liebesbeziehung.

Walter ist ein Sachbuchautor, der in einer Bibliothek recherchiert und dabei auf Agnes trifft. Er verliebt sich auf den ersten Blick in die hochbegabte Physikstudentin, deren scharfer Intellekt ihn ebenso fasziniert wie ihre selbstverständliche sexuelle Begierde. Hinter der mädchenhaften Fassade verbirgt sich eine hoch komplizierte Persönlichkeit, ein Mensch auf der Suche nicht nur nach Liebe, sondern nach Perfektion, privat wie beruflich. Auch Agnes fühlt sich von dem älteren Mann stark angezogen. Er fordert sie heraus, doch das beruht auf Gegenseitigkeit – eine Beziehung auf Augenhöhe, eigentlich der Traum aller jungen Verliebten. Der gemeinsame Beschluss, ihre Liebesgeschichte aufzuschreiben, ist zunächst eine Art Spiel zwischen den Liebenden, sie amüsieren sich über die unterschiedliche Sichtweise der Wirklichkeit, doch bald verändert die geschriebene Realität die echte Beziehung und zerstört sie schließlich.

Natürlich geht es hier nicht nur um die Liebe in den Zeiten der Sinnsuche, sondern ebenso ums Schreiben in all seinen Facetten. Dazu gehören die persönlichen Erinnerungen ebenso wie die unterschiedlichen Blickwinkel in der Rückschau und letztlich auch das Erfinden von Geschichten. So wie Peter Stamm literarisch mit den kleinen und großen Versatzstücken seines Schriftstellerlebens spielt, hat das immer etwas leicht Ironisches. Im Film von Johannes Schmid mündet die feine Ironie in eine beinahe dämonische, intensive Bildsprache, die in kühler Klarheit die Handlung immer wieder in Frage stellt. Am Anfang schreitet eine fast nackte Agnes in die dunkle Schneenacht und in den vorhersehbaren Tod. Das Ende ist der Anfang, und wie im Buch ist alles unklar: Bringt Agnes sich tatsächlich um, oder entfernt sie sich nur aus der gemeinsamen Geschichte? Und das sind lediglich zwei von vielen offenen Fragen, die den Film aus der Masse der durchschnittlichen Kinogedankenwelten herausheben.

Mit nymphenhaft unschuldigem Charme verkörpert Odine Johne die Agnes – eine moderne, junge Frau, die ganz und gar unromantisch, dabei aber so geheimnisvoll wirkt, dass Walter vielleicht auch deshalb beschließt, die gemeinsame Liebesgeschichte aufzuschreiben und nach und nach ein bisschen aufzupeppen. Stephan Kampwirth spielt mit unaufdringlicher, gelassener Virilität einen verkappten Romantiker, der eher altmodisch wirkt und staunend, vielleicht sogar bewundernd beobachtet, wie kühl und leicht Agnes die Physik ebenso wie die psychischen Herausforderungen des Lebens zu bewältigen scheint. Dass dieser Schein trügt, erfahren beide schmerzhaft, als Agnes das gemeinsame Kind verliert. Um die Beziehung zu retten, schreibt Walter die Geschichte weiter, und tatsächlich finden die Liebenden wieder zueinander. Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Denn letztlich ist die Wirklichkeit nicht geeignet, ihre jeweiligen Vorstellungen vom gemeinsamen Leben zu erfüllen, und so entwickelt die Geschichte, die Walter aufschreibt, eine immer stärkere Eigendynamik. „Glück macht keine guten Geschichten“, sagt Walter, der selbstverständlich weiß, dass Krisen und Katastrophen die einzig akzeptable Nahrung für Schriftsteller sind. Die große Liebe und mit ihr Agnes verliert für ihn sukzessive an Bedeutung, und Agnes selbst scheint ebenfalls immer weniger Lust zu haben, sich mit der gemeinsamen Geschichte auseinanderzusetzen.

Ein offenes Ende, normalerweise im Film wie auch in der Literatur eher verpönt, wird oft als faule Ausrede dafür gesehen, dass ein Autor sich nicht entscheiden mag. Hier – im Buch wie im Film – ist es anders: Die Geschichte wird durch die vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten bereichert, sie wächst immer mehr und wird schließlich zur symbolträchtigen, komplexen Auseinandersetzung mit modernen Beziehungsgeflechten. Und das ist eine wirklich spannende Erfahrung, die – verbunden mit den herausragenden schauspielerischen Leistungen – den Film zum feinsinnigen, geistvollen Kinoerlebnis machen.

(Gaby Sikorski auf www.programmkino.de)

A fascinating german indie! German director Johannes Schmid directs Odine Johne and Stephan Kampwirth in this rigorous adaptation of Peter Stamm's bestselling novel of the same name.


A somewhat stuffy non-fiction writer in his early forties is fascinated by an icy blonde at least a decade his junior in the high-minded yet structurally jocular German drama Agnes. Based on the bestseller by Swiss-German author Peter Stamm, this is the kind of relationship drama in which the stunning female lead pushes the male protagonist to write a romance novel about their relationship, allowing him to effectively look past the present and into the past and the future and rewrite or actually invent parts of their courtship. This low-key but rigorously executed drama should please international festival audiences brought up on Charlie Kaufman screenplays while at home it should solidify the reputation of opera and theater director Johannes Schmid, here directing his third feature film, and striking leads Odine Johne and Stephan Kampwirth.

The film opens in media res to suggest something very dramatic will happen down the line before flashing back to the first time Agnes (Johne) runs into Walter (Kampwirth), as the novel’s nameless narrator has been called here. He’s a non-fiction writer researching a vague book idea and she’s a young physicist. Working without much dialogue in the early going, Schmid, who co-wrote the adaptation with Nora Laemmermann, manages to clearly convey that it’s Walter who is immediately attracted to Agnes. Indeed, her ethereal, slightly otherworldly qualities — imagine a young Mia Farrow and you’re halfway there — immediately stand out in the otherwise entirely unremarkable university library in Duesseldorf (changed from Chicago in the novel) where they first meet.

As played by the magnetic Johne (Jack), Agnes is a striking but also somewhat unusual presence. She often looks like she’s living in her own world rather than the physical world shared by everyone else and it is never clear if she’s very absent-minded or perhaps just extremely guarded or standoffish. This only further adds to both her beguiling air of mystery and the sense that she’s a blank canvas that people like Walter can project their own desires on. And this is exactly what happens when she suggests he pen a romance novel about their slowly deepening bond.

At first, the story has fun contrasting the differences between the duo’s real and fictional selves, with Agnes questioning Walter’s decision to highlight or omit certain details from their courtship. When she has to leave to Brussels for a presentation, he can’t join but promises her that in the novel, he will, leading to the introduction of clearly fictional elements into the slowly separating timelines.

Though it has things in common with films such as Gwyneth Paltrow starrer Sliding Doors and some of Charlie Kaufman’s screenplays, Schmid is finally not all that interested in simply telling two mutually exclusive, parallel-running stories or trying to lead audiences into a narrative maze. Instead, it wants to suggest nothing less than how fiction and fantasy can reveal our true selves more or better than real life can. Editor Henk Drees’s precision cutting, which keeps toggling between the real and fictional worlds, is key in making sure audiences can always follow the story. Schmid’s firm handle on the material is equally important, even if it gradually slips in the film’s second latter reels, which start to feel a bit repetitive and drawn-out before closing in on the finale, which underlines how life is different from most stories in that life doesn’t have to end unless someone actually dies.

Remarkably at ease with the actors and all the modest but very precise technical contributions, Schmid also indirectly explores the appeal of fiction: “Happiness doesn’t make for a good story,” one of the characters tellingly admits. It is the paradox of good storytelling: What every character is striving for, namely personal happiness, would be the most boring condition to write and hear about and never occurs in a story unless it’s at the very beginning — so it can be destroyed — or at the very end, if the characters are lucky.

(Boyd van Hoeij in The Hollywood Reporter)


Prädikat: Besonders wertvoll

Alles beginnt mit einem Blick, als Walter Agnes in der Bibliothek begegnet. Walter ist gescheiterter Romancier, der nun Sachbücher schreibt, Agnes ist Physikstudentin. Im Bus sehen sich beide wieder. Walter traut sich, spricht Agnes an. Eine Unterhaltung über den Sinn des Lebens entspinnt sich, aus einem Gespräch wird ein Kuss, eine Nacht, eine Beziehung. Agnes bedrängt Walter, doch wieder einen Roman zu schreiben. Am besten sollte es ein Roman über die Liebe sein. Über ihre Liebe. Über sie. Walter zögert zunächst, doch fühlt sich dann inspiriert und beginnt zu schreiben. Doch langsam verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit. AGNES von Johannes Schmid ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Peter Stamm. Ganz genau und sorgfältig transportiert der Film die Tonlage des Romans auf die Leinwand, die Dialoge sind bewusst literarisch und dienen dazu, die Distanz zwischen Situation und Betrachter aufrechtzuerhalten. Aufgefächert wird die Faszination eines Beziehungsdramas, auch dank der hervorragenden darstellerischen Leistung von Odine Johne und Stephan Kampwirth. Kampwirth als Walter ist eine gebrochene und gequälte Künstlerseele par excellence. Stetig zweifelt er an sich selbst, an seinem Können, an seinen Wünschen. Erst Agnes scheint ihm einen neuen Lebenssinn zu geben, er verliert sich ganz in seiner Muse und der Besessenheit, ihre Geschichte als perfektes Liebesdrama zu erdenken und niederzuschreiben. Doch er ist sich stets im Unklaren, wie viel echte Gefühle hinter der Beziehung zu Agnes stehen. Die Person aus Fleisch und Blut wird zum Objekt, er benutzt sie und merkt es nicht einmal. Agnes wird zu einer Spiegelung der eigenen Wünsche. Es gelingt Odine Johne auf beeindruckende Weise, all diese Aspekte in ihrem Spiel zu vereinen. Elfengleich durchschreitet sie die Szenerie, scheint der realen Welt entrückt und lässt in ihrem Gesicht Unschuld, Entschlossenheit, Verliebtheit und Verzweiflung gleichermaßen durchscheinen. So wird sie auch zur Projektionsfläche für den Zuschauer, der verunsichert wird, was nun real und was ein Teil der von Walter erdachten Geschichte ist. Geschickt arbeiten Schmid und sein Kameramann Michael Bertl mit Licht und Farbe, um die perfekt arrangierten Sequenzen voneinander abzugrenzen. Auch werden Szenen in Rückblende wiederholt, aus anderen Blickwinkeln gefilmt, mit alternativen Enden erzählt. So entsteht ein den Zuschauer stetig herausforderndes Vexierspiel. Ein faszinierender und hochintelligenter Film über die Wahrheit in der Fiktion. Und die Wahrhaftigkeit der Liebe.

(Deutsche Film- und Medienbewertung)

Ein seltener Glückfall im deutschen Kino!
(Knut Elstermann in MDR Kir Royal - Das Filmmagazin)

Gute Geschichten machen glücklich. Die Verfilmung des Romans von Peter Stamm ist der seltene Fall eines klugen deutschen Liebesfilms.
(Frankfurter Rundschau)

Großartige filmische Umsetzung!
(Stuttgarter Zeitung)

Johannes Schmid hat mit »Agnes«, der Verfilmung eines Romans von Peter Stamm, beim Ophüls Preis einen Film präsentiert, der sich gekonnt zwischen Realität und Fiktion hin und her bewegt. Sicherlich der souveränste Film des Wettbewerbs, perfekt erzählt und platziert in einem kalten Düsseldorf.
(Rudolf Woresch in EPD film)


Einer der poetischsten Filme im Wett­be­werb!
(Rüdiger Suchsland auf artechock.de)

Sehr reifer und anspruchsvoller Film!
(Deutsche Welle)


Ein eigenwilliger Psychothriller, dessen Bilden einen noch lange verfolgen!
(Deutschland Radio Kultur)

Ein intensives und existenzielles Drama.
(Arte.cinema.tv)

Ein Film, der bleibt.
(Getidan)

Seine Adaption des gleichnamigen Romans von Peter Stamm inszeniert Johannes Schmid als großes Liebesdrama, in dem die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie allmählich verschwimmen. Hierfür findet er nicht nur die richtige Dramaturgie, er kann sich in seinem Psychogramm zweier konträrer Charaktere auch auf die beiden Hauptdarsteller Stephan Kampwirth und Odine Johne verlassen. Verstörend, Diskussionen anregend und formal wie inhaltlich unkonventionell.
(Blickpunkt Film)


Berührender Film mit den famosen Darstellern Stephan Kampwirth und Odine Johne!
(Pfälzischer Merkur)

Walter soll eine Geschichte über Agnes schreiben. Darüber, wie er sie und ihre Liebe sieht. Und so verläuft ihre Liebe parallel: im realen Leben und auf Papier. Der Film verwebt beide Ebenen so stark, dass man das Gefühl bekommt, neben einem guten Film auch ein gutes Buch vor sich zu haben! Wertung: Drei von drei Herzen!
(Saarländischer Rundfunk)