Neufassung des Singspiels von Wolfgang Amadeus Mozart

Musikalisches Arrangement: Alexander Krampe
Textfassung: Johannes Schmid/Alexander Krampe

Musikalische Leitung: Ben Gernon/Kai Röhrig
Regie: Johannes Schmid
Choreographie: Anna Holter
Bühnenbild: Marie Holzer
Kostümbild: Dorothea Nicolai
Regieassistenz: Dorike van Genderen

mit: Peter Kellner/Christof Seidl (Osmin), Estelle Poscio/Theresa Dittmar (Blondchen), Aco Bisevic/Aaron Sheppard (Pedrillo), Iurii Samoilov/Iain MacNeil (Bassa Selim), Johannes Dunz/Gitai Fisher (Belmonte), Kiandra Howarth/Siobhan Stagg (Konstanze) und Francesca Perucci, Su Jin Kim, Maria-Pilmaiquen Jenny (Wachen)

Es spielen die salzburger orchester solisten.

Premiere: 27. Juli 2013, 15 Uhr, Große Universitätsaula Salzburg

www.salzburgerfestspiele.at


Presse

Mit donnernder Begeisterung startete das Kinder- und Jugendprogramm der Salzburger Festspiele mit Mozarts Singspiel "Die Entführung aus dem Serail". Mit Taucherbrillen im Gesicht stehen die vier Liebenden an der Bühnenrampe. Die Flucht scheint perfekt. Unter euphorischem und aufgeregtem Gekicher ihres Publikums wagen sie den Sprung, und landen ganz weich, auf großen Polstern. Das Orchester spielt die letzten Takte und dann bricht er los - der große Applaus der kleinen Leute, der die gesamte Universitätsaula erfüllt. Mit Mozarts Singspiel eröffnen die Salzburger Festspiele heuer ihr Kinder- und Jugendprogramm. Regisseur Johannes Schmid hat aus dem Dreiakter eine 70-minütige Fassung erstellt. Es gibt Textpassagen und die schönsten Arien und Duette der Oper. Daraus wird auf der Bühne eine rasante Reise durch Tausendundeine Nacht, die alle Mittel des Theaters bedient: Puppenspiel, Tanz, Gesang, Schauspiel und eine wundervolle Orchestrierung eines kleinen Musikensembles unter der Leitung von Ben Gernon. Die Kinder waren in der Premiere am Wochenende in der Universitätsaula kaum auf ihren Sitzplätzen zu halten, so angetan waren sie vom Gesang und Spiel der Teilnehmer des heurigen Young Singers Project. Regisseur Schmid hat alle Figuren sympathisch inszeniert. Er zeigt deren Schwächen zwar, legt sie aber nicht als böse Absichten aus. Die Bearbeitung stellt das Märchenhafte an Mozarts Oper in den Vordergrund. In farbenprächtigen Kostümen tollen die jungen Sänger über die Bühne. In die Mitte stellte Bühnenbildnerin Marie Holzer einen kleinen orientalischen Palast, der ist umgeben von Palmen und dem blauen Meer. Hier lässt sich's aushalten, möchte man meinen, wäre da nicht die große Sehnsucht der Konstanze nach ihrem Belmonte (...).
(Hanna Pfaffenwimmer in Salzburger Nachrichten vom 30.07.2013)

„Ein Schiff? Hoffentlich kann er es inzwischen auch steuern!“, zweifelt Blondchen keck die nautischen Künste Belmontes an: Ein Lacher bei Groß und Klein, denn alle haben zur Ouvertüre der „Entführung aus dem Serail“ in einem Puppenspiel gesehen, wie in einem Sturm nach und nach seine Mitreisenden über Bord gingen (...). Bloß ein Streichquintett, drei Holzbläser, Akkordeon und Schlagzeug verlangt etwa das geschickt-fantasievolle, mit lustigen Freiheiten aufwartende „Entführungs“-Arrangement Alexander Krampes, der gemeinsam mit dem Regisseur Johannes Schmid auch die Texte kindgerecht bearbeitet hat. Marie Holzer stellt ein spielzeugartiges Orientschloss auf die Bühne der Universitätsaula, die Protagonisten tragen Kostüme wie aus dem Opernbilderbuch, und auch drei Wachen tänzeln ums Serail. Belmonte (Johannes Dunz) stellt sich neben dem praktisch veranlagten Pedrillo (Aco Biscevic) freilich eher als verliebter Träumer heraus, während beide Damen im Gegenzug eher resolut, gar nicht so rettungsbedürftig agieren: ein willkommen zeitgemäßer Akzent. (...) Unter der Leitung von Ben Gernon, der heuer mit dem Young Conductors Award ausgezeichnet wurde, bilden spielfreudige, frisch klingende Leute aus dem Young Singers Project der Festspiele ein homogenes Ensemble, in dem sogar Bassa Selim (im Original eine Sprechrolle) singen darf – und mehr: Iurii Samoilov legt mit Konstanze (Kiandra Howarth) auch eine kesse Sohle aufs Parkett. Als Liebhaber zieht er trotzdem den Kürzeren. Große Begeisterung.
(wawe in Die Presse vom 30.07.2013)


"Den Beginn der Oper, den Schiffbruch von Belmonte, Konstanze, Pedrillo und Blondchen inszeniert Regisseur Johannes Schmid als mitreißendes Puppenspiel. (...) Schmid reduziert die Mittel und schafft so eine hohe erzählerische Dichte, die Kinder sitzen mit dem ersten Takt auf der Stuhlkant, sie sind begeistert von der verständlichen Inszenierung der Oper. Die Sängerinnen und Sänger haben eine hohe Präsenz und durch die ab und an eingebauten Scherze ist von Anfang an der Kontakt zwischen Inszenierung und Publikum gegeben. So engagiert und agil wünscht man sich auch als Erwachsener die Opernprotagonisten. (...) So macht alte Oper Spaß und das nicht nur für die Kleinen der heutigen Aufführung. Die frische und spielfreudige Inszenierung wird trefflich ergänzt durch die sängerischen Leistungen der Stipendiaten, manchmal scheint man hier schon einen künftigen Weltstar durchschimmern zu sehen. Der Rahmen der großen Universitätsaula ist auch bestens geeignet sich der jungen Generation zu widmen, eine wichtige, ja eigentlich lebensnotwendige Aufführung der Salzburger Festspiele, ist es doch heute gelungen, die Festspielgeneration von morgen an die Themen Klassik, Oper und Schauspiel heranzuführen.
(Steffen Kühn in LeipzigAlmanach. Das Online-Feuilleton vom 20.08.2013)

"Es gibt sie noch, die echten Trouvaillen - mitunter am Rande eines Festivals! - Mozarts Zauberflöte funktioniert in der Fassung für Kinder bestens. Aber die Entführung aus dem Serail? Dass die weniger märchenhafte Geschicht inklusive der heiklen, weil schnell in Richtung Rassismus kipppenden Rolle des Osmin auf etwa eineinhalb Stunden gekürzt und so zurechtgeschnitten werden kann, dass ein sehr junges Publikum Spaß damit hat, zeigen die Salzburger Festspiele heuer in ihrem riesigen Programm, in dem solche Trouvaillen fast untergehen. Ben Gernon (...) holte aus einem kleinen Ensemble einen klaren Mozartklang heraus Johannes Schmids Regie und Anna Holter Choreographie haben die Handlung poesievoll akzuentiert, mit der sich junge Sänger in der Fassung von Alexander Krampe bewähren können. Absolut nachahmenswert!"
(Christa Dietrich in Vorarlberger Nachrichten vom 21.08.2013)

Termine

Wiederaufnahme wegen des großen Erfolges bei den Salzburger Festspielen 2014:

07. August 2014, 15 Uhr
08. August 2014, 15 Uhr
12. August 2014, 15 Uhr
18. August 2014, 17 Uhr
23. August 2014, 15 Uhr
24. August 2014, 15 Uhr