Komische Oper von Gaetano Donizetti

Regie: Johannes Schmid
Musikalische Leitung: Martin Hannus, Andreas P. Heinzmann
Arrangement: Alexander Krampe
Bühne: Udo Vollmer
Kostüme: Anke Friedrich
Choreographie: Birgitt Paulus
Produktionsleitung: Laura Pollard

mit: Jens Müller/Peter Kellner, Matthias Ludwig/Andriy Maslak, Isolde Daum/Eva Monar/Maria Kostraki, Stefan Kastner/Johann Winzer/Andrew Lepri Meyer, Stefanie Dietrich/Barbara Schedel

Premiere: 01. Juli 2005, Münchens Kleinstes Opernhaus in der Pasinger Fabrik
Wiederaufnahme wegen des großen Erfolges am 31. Dezember 2005, insgesamt über 60 Vorstellungen!


Presse


Kleinstes großes Opernglück! Als Giovanni Ruffini sein Libretto zu Donizettis Oper „Don Pasquale“ vollendet hatte, konnte er das Werk kaum mehr als sein eigenes erkennen. (...) Viele Jahre später hätte sich Ruffini überzeugen können, dass es einem Opernlibretto durchaus gut tun kann, wenn ein anderer es seinem künstlerischen Willen und Können unterwirft. Er wäre dann in der Pasinger Fabrik gesessen und hätte sich daran erfreut, dass die dortige Aufführung von „Don Pasquale“ eine in sich so überzeugende Leistung ist, dass man sich gar nicht die Frage stellt, warum man diese an sich mäßig komische Geschichte (...) erzählen soll. Regisseur Johannes Schmid modernisierte behutsam den Text und macht auch sonst gar nicht viel. Keine Mätzchen, keine schalen Witze – aber er arbeitet mit den Sängern, dass es eine Freude ist. Gibt ihnen Rollenverständnis und darauf aufbauend den Freiraum, aus dem die Komik in der komischen Oper erwachsen kann. (...) Isolde Daum als Norina (...) ein Bühnentier, wie alle hier, von einer Überzeugungskraft, die den Ton ihrer schlanken, schönen Stimme mitträgt. Sollte Anna Netrebko am 17. Juli ihr Open-Air-Konzert nicht singen können, hier wäre der Ersatz. (...) Stefanie Dietrich (Berta) und der energische Dirigent Martin Hannus sorgen dafür, dass vor Kraft und Freude das Dach der Wagenhalle fast wegfliegt; der abgründige Bass von Peter Kellner, dieliebenswert altmodische Komik von Stefan Kastner und der agile Bariton Matthias Ludwig hingegen erden den Abend in seiner charmanten 50er-Jahre- Liebesblödeligkeit. Die Sehnsucht ist echt, und der Erfolg gibt ihr Recht.
(Egbert Tholl in Süddeutsche Zeitung vom 06. Juli 2005)

Regisseur Johannes Schmid zeichnet Norina (Isolde Daum) (...) als selbstbewusste, nach Macht strebende Frau, die sogar dem Dirigenten (Martin Hannus) den Stab entreißt. (...) Selten hat eine Inszenierung von „Don Pasquale“ so den Wunsch geweckt, bei der Ehe Norinas mit Pasquales Neffen Ernesto (Stefan Kastner) Mäuschen zu spielen. Nach dem Happy End dürfte es der freundliche ironische Tenor mit dem wuchtigen Sopran nicht leicht haben. In der Pasinger Fabrik entzündet sich bei der „opera buffa“ von Gaetano Donizetti mitreißende Komödiantik, die deshalb so wirksam ist, weil sie Ängste und Versagen der Figuren nicht als Klamauk zu verkaufen versucht.
(Mathias Hejny in Abendzeitung vom 06. Juli 2005)

Aus Münchens kleinstem Opernhaus in der Pasinger Fabrik kamen bisher schon viele Erfolgsmeldungen. Und diesen muss man jetzt unbedingt eine hinzufügen: „Don Pasquale“, Donizettis Heiratsintrigen- Schmankerl, in Johannes Schmids lausbubenfrech-humorvoller Inszenierung. Alexander Krampes „piccolo-opera“-Arrangement wurde fesch musiziert vom zehnköpfigen Fabrik-Orchester unter Martin Hannus. Und die Besetzung: Fünf Sänger-Darsteller mit viel Sinn für verschmitzte Komödiantik. Da lacht das Herz mit. (...) Trotz Winz-Spielfläche – bewegt wird sich viel, rauf und runter auf der geschwungenen Treppe, in deren Mitte eine Hausfront mit Magritte-Fenster thront. Viele solcher liebevoller Details in Bühne, Kostüm und Regie – die via Papierflieger ins Publikum segelnden Liebesschwüre – die diesen Donizetti zum Erlebnis machen. Hautnah, sinnlich und textverständlich.
(Malve Gradinger in Münchner Merkur vom 04. Juli 05)

Wiederholt Szenenapplaus, Bravo-Rufe aus allen Ecken, am Ende 10 Minuten frenetischer Beifall. Kein Zweifel – „Münchens kleinstes Opernhaus“ landete am Freitag einen Volltreffer. (...) Atemberaubende drei Stunden lang wirbelte die Explosion aus zwerchfellerschütternden Gags, Herzschmerz-Belcanto und kammermusikalischem Feuerwerk über die Bühne. (...) So turbulent wie heiter verstrickt in Ausbrüche und Einsichten verdichteten sich in der Inszenierung von Johannes Schmid Emotion und Intrige zu mitreißendem Tempo. (...) Ein mediterranes Spektakel, das wieder einmal beweist: Italien liegt vor der Haustür.
(Elisabeth Brandl in Münchner Merkur Würmtal vom 05. Juli 2005)